Foto: Feuerwehr VG Rüdesheim

Waldböckelheim

Glutreste in Mülltonne sind wahrscheinliche Ursache

Großbrand in Waldböckelheim: In der Nacht vom Samstag (1. Mai) auf Sonntag stand der Dachstuhl eines Hauses im alten Ortskern in Flammen. Den Feuerwehren gelang es, eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.

Zwei Menschen konnten gerettet werden. Das Haus sei auf weiteres nicht bewohnbar, so die Feuerwehr.

Mittlerweile hat die Polizei ermittelt, dass der Brand an der Außenfassade des Gebäudes an einem Abstellort für Hausmülltonnen ausgebrochen ist. Er breitete sich über die Fassadendämmung in den Dachstuhl aus. Die wahrscheinlichste Brandursache ist eine fahrlässige Brandstiftung "durch unsachgemäßes Einbringen einer Zündquelle, wie z.B. Glutreste o.ä.," in eine der dort abgestellten Mülltonnen. Der Verursacher ist derzeit unbekannt.
Anwohner hatten den Brand entdeckt im "Stilen Winkel" entdeckt und sofort den Notruf abgesetzt. Um 4.23 Uhr löste die Leitstelle Bad Kreuznach den Alarm für die Feuerwehren aus Waldböckelheim, Bockenau, die Drehleiter der Feuerwehr Bad Sobernheim sowie die Wehrleitung und die Führungsunterstützung aus. Auch der Rettungsdienst und die Polizei sowie der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Werner Hofmann und sein Stellvertreter Holger Schmidt wurden umgehend zur Einsatzstelle entsandt.

Wehrleiter und Einsatzleiter Christian Vollmer traf wenige Minuten nach der Alarmierung an der Einsatzstelle im eng bebauten Ortskern ein und fand den in voller Ausdehnung brennenden Dachstuhl des Wohnhauses in der Straße „Stiller Winkel“ vor. Und noch ein Schock: ein älteres Ehepaar solle sich nach Angaben der Nachbarn noch im Haus befinden. Der sofort gestartete Rettungseinsatz war erfolgreich.

Die Hauptgefahr bestand in der Brandausbreitung auf die direkt angebauten Nachbargebäude. Aus diesem Grund wurden auch die angrenzenden Wohnhäuser umgehend geräumt und geschützt.

Millimeterarbeit bei Drehleitereinsatz

Eine große Herausforderung war die enge Bebauung für die Besatzung der Bad Sobernheimer Drehleiter. Da eine effektive Brandbekämpfung von oben notwendig war, beorderte Abschnittsleiter Rouven Ginz die Drehleiter über die Ranzengasse und den Malerwinkel so nah wie möglich an das brennende Gebäude heran. Dazu musste das Hubrettungsfahrzeug rückwärts in den Hinterhof des Grundstücks rangiert werden. Die Mannschaft um Einheitsführer Marco Müller meisterte die Herausforderung perfekt und konnte die Drehleiter in Millimeterarbeit schnell und zielgenau in den Einsatz bringen. Die Wasserversorgung für die Drehleiter wurde durch die Tanklöschfahrzeuge aus Bockenau und Rüdesheim sichergestellt. Über ein Wenderohr zeigte die Brandbekämpfung rasch Wirkung.

Um ausreichend Atemschutzgeräteträger für die umfangreichen Löscharbeiten zur Verfügung zu haben, wurden die Feuerwehren aus Boos, Burgsponheim, Schloßböckelheim und Mandel nachalarmiert. Die Durchführung der Atemschutzlogistik übernahm die Feuerwehr Rüdesheim und transportierte zusätzliches Material aus dem Dienstleistungszentrum für Feuerwehr und Katastrophenschutz zur Einsatzstelle. Zudem wurde ein weiterer Einsatzabschnitt „Bereitstellungsraum“ unter Leitung von Wehrleiter-Stellvertreter Jörn Trautmann gebildet.

Gegen 5.45 Uhr war der Brand weitestgehend gelöscht. Atemschutztrupps räumten den Dachstuhl komplett leer, um alle Glutnester zu erreichen und ablöschen zu können. Die Nachlöscharbeiten zogen sich den kompletten Sonntagvormittag hin. Aufgrund der Bauweise des alten Gebäudes hatten sich die Lehmdecken durch den massiven Löschwassereinsatz mit Wasser vollgesaugt. Einsatzkräfte aus Waldböckelheim stützten die Decken im Obergeschoss des Gebäudes mit Baustützen ab.
Bewohner und Nachbarn werden durch Rettungsdienst und Schnelleinsatzgruppe versorgt und betreut
Eine Nachbarin musste im Laufe des Einsatzes vom Rettungsdienst mit Kreislaufproblemen in eine Klinik eingeliefert werden.
Die Ausbreitung der Flammen in der geschlossenen Ortskernbebauung konnten die Feuerwehren durch den massiven Kräfteeinsatz erfolgreich verhindern und die umliegenden Gebäude schützen. Die Nachbarn dankten den insgesamt 82 Einsatzkräften der Feuerwehren, des Rettungsdienstes und der Schnelleinsatzgruppe des Malteser Hilfsdienstes sowie der Polizei herzlich für ihren schnellen und umsichtigen Einsatz.
Die Brandursache ist nicht bekannt, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

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