Christine Beutler-Lotz

Bad Kreuznach

Gottes Stimme auf den Rummelplätzen

Zum festen Bestandteil des Jahrmarkts-Programms gehört der Schaustellergottesdienst, der am Donnerstag vor dem offiziellen Start des Jahrmarkts abgehalten wird. Gefeiert wird er seit vielen Jahren von Schausteller-Pfarrerin Christine Beutler-Lotz. Seit 1981 steht sie den Schausteller in allen Fragen des Lebens mit Rat und tat zur Seite.

Wieviel Kilometer sie im Jahr dazu unterwegs ist, interessiert sie wenig. „Viel wichtiger ist, wie oft ich anhalte betont sie.“ Im gesamten Gebiet der evangelischen Landeskirche Hessen-Nassau ist sie auf den Rummelplätzen unterwegs, um ihre Gemeindemitglieder persönlich zu treffen. Und die freuen sich jedes Mal, wenn Christine Beutler-Lotz vorbei kommt. Ihr Rat, ihr Trost und ihr Gebet sind vielen Schaustellerfamilien wichtig. 

Sind Schausteller gläubiger als der Durchschnittsbürger heute? „Ob sie gläubiger sind, weiß ich nicht, aber vielen ist die Beziehung zu Gott wichtig“, erklärt sie. „Das viele Reisen bringt es mit sich, dass sie nirgendwo richtig Wurzeln schlagen können. Bei Gott fühlen sie sich geerdet.“

Alleine im vergangenen Jahr hat sie 20 neue Fahrgeschäfte eingesegnet. 

Die Pfarrerin stammt selbst aus einer Ingelheimer Schaustellerfamilie und verbrachte als Kind und Jugendlich viel Zeit im elterlichen Spielwaren- und Losstand. Sie kennt die Sorgen und Nöte der Schausteller. Die besondere Situation, auch in problematischen Situationen nicht bei der Familie sein zu können. Für viele ist es selbstverständlich, dann Christine Beutler-Lotz anzurufen. „Ich bin immer da, wenn’s brennt.“ 

Sie macht Eheberatung, redet dem Sohn ins Gewissen, der drauf und dran ist, die Schule zu schmeißen, tröstet und betet zusammen mit ihnen. „Trotz der räumlichen Entfernung bin ich oft näher an den Familien als die Kollegen in den Pfarreien“, schmunzelt sie. Drei- bis viermal im Jahr trifft sie die Gemeindemitglieder, öfter als mancher „normale“ Pfarrer. Sie begleitet Eheschließungen, tauft, begleitet Jugendliche zur Konfirmation und beerdigt – macht also all das, was auch die Kollegen Pfarrer tun. Doch darüber hinaus ist sie mit ihren Gemeindemitgliedern unterwegs. Und das mit viel Engagement und Freude. Nur bei allzu wilden Fahrgeschäften ist sie vorsichtig. „Ich fahre ganz gerne den Wellenflug. Bei den schnelleren Sachen lasse ich anderen lieber den Vortritt …“

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