Foto: Freiwillige Feuerwehr der VG Rüdesheim

Region Rhein-Nahe

Wassermassen überrollen Dörfer

Die schweren Regenfälle am Samstag Abend und in der Nacht zum Sonntag sorgten überall in der Region für schwere Schäden: Vor allem am Soonwaldrand, im Ellerbach- und Gräfenbachtal litten die Einwohner.

Ein Regenband mit Sturm und Gewitter hatte sich festgesetzt und ließ über Stunden massen an Wasser auf die Erde niedergehen. Dort angelangt, überfluteten sie zahlreiche Ortslagen, Keller und tiefer gelegene Gebäudeteile.

Da die Böden von den vorherigen Regenfällen noch gesättigt waren, konnten die neuen Regenfälle nicht versickern. Besonders stark getroffen wurden Winterbach und Gebroth. Dort ergoss sich die braune Brühe mit hoher Geschwindigkeit über Wald-und Feldwege in die Dörfer. Ein erschreckender Eindruck, was auf die Einsatzkräfte in den nächsten Stunden zukommen würde, vermittelte die erste Lagemeldung aus Gebroth: die Lindenstraße war teilweise hüfthoch überflutet. Die Landesstraße 108 zwischen Winterbach und Winterburg war über mehrere Stunden unpassierbar, so die Feuerwehr der Verandsgemeinde Rüdesheim.
Vor allem Sandsäcke wurden zum Schutz von Gebäuden, Hab und Gut benötigt. Die Bauunternehmen Bellmann aus Roxheim und Stallmann aus Ippenschied sowie Raiffeisen in Weinsheim stellten in Windeseile Sand zur Verfügung. Dort füllten Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW Bad Kreuznach die Säcke und transportierten sie an die Brennpunkte. Weitere gefüllte Jutesäcke lieferten die Feuerwehren Kirn und Idar-Oberstein. Vor Ort bauten die Helfer damit Barrieren vor Kellern, Garageneinfahrten oder lenkten die Wassermassen weg von gefährdeten Bereichen.
Die Besatzung der Feuerwehreinsatzzentrale im Rüdesheimer Feuerwehrhaus alarmierte den gesamten Abend über weitere Einsatzkräfte aus allen Teilen der Verbandsgemeinde nach. Denn auch in Wallhausen, Bockenau oder Rüdesheim hieß es Land unter. In Gebroth musste ein Bewohner mit Gehbehinderung aus seinem Haus in Sicherheit gebracht werden. Da das Wasser auf der Straße zu hoch stand, entschieden sich die Helfer für den Transport über eine Drehleiter - die Kameraden aus Bad Sobernheim kamen hier mit ihrem Spezialgerät zum Einsatz.

Während sich die Lage am Soonwaldrand gegen 23 Uhr entspannte, wurde die Lage an den Unterläufen von Ellerbach und Gräfenbach kritischer. Nach einem kurzzeitigen Anstiegs der Gräfenbachs konnte an dessen Verlauf schnell Entwarnung gegeben werden. Anders stellte sich die Lage  am Ellerbach dar. Im Bereich Ackvas Mühle bei Burgsponheim sorgte sich der Eigentümer aufgrund des immer stärker steigenden Wassers. In Windeseile verlegten die Kräfte auch hier einen Schutzwall rund um das Haus und verhinderten Sachschaden. Im weiteren Verlauf lag ein Hauptaugenmerk auf dem neuen Brückenbauwerk in Weinsheims Ortsmitte. Der Scheitel schob sich Zentimeter um Zentimeter an die Brücke und den Straßenrand. Auch hier schützten Sandsäcke vor einem starken Überlaufe, die Ortsmitte wurde geschützt. Dennoch drückte sich das Wasser durch einzelne Wände und setzte Keller unter Wasser, die schnell ausgepumpt werden konnten.

Wehrleiter Christian Vollmer wurde als Einsatzleiter durch das Team des Einsatzleitwagens, das in enger Abstimmung mit der FEZ agierte, unterstützt. An den einzelnen Einsatzstellen leiteten der stellvertretende Wehrleiter Jörn Trautmann und die Zugführer der Ausrückebereiche die notwendigen Einsatzmaßnahmen.  Insgesamt waren über 150 Helfer mit 34 Fahrzeugen im Einsatz.

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