Internationale Stars, aufstrebende Newcomer und lokale Talente sorgten gemeinsam für ein facettenreiches Wochenende voll Musik und Genuss – auf drei Bühnen in der gesamten Innenstadt sowie direkt am Rhein-Nahe-Eck mit Blick auf das Tor zum UNESCO-Welterbe „Oberes Mittelrheintal“.
Der sommerliche Festivalstart wurde am Freitagabend gefeiert: Rap-Legende Thomas D setzte, gemeinsam mit Flo Mega & The KBCS, mit klarem Sound und klugen Texten direkt programmatische Akzente. Zuvor und danach boten Lily Dahab, die Moritz Renner Group und Die Katzen dem Publikum einen leidenschaftlichen Mix aus Jazz, Latin, Vintage-Swing und modernen Kompositionen. „Ein gelungener Auftakt bei bestem Wetter mit ausgelassener Stimmung auf beiden Plätzen. Wir erhielten durchweg positives Feedback von den Gästen und auch von den Musiker:innen“, resümiert Veranstalter Jens Thiele, Geschäftsführer der Bingen Tourismus & Kongress GmbH.
An allen drei Festivaltagen war die Vielfalt musikalischer Stile und Formationen prägend: Aufstrebende regionale Nachwuchstalente standen gleichberechtigt neben international renommierten Acts. Klassischer Swing begegnete aktuellen Strömungen aus Pop, Techno-Jazz, urbanem Soul und karibischen Grooves.
Der Samstag zeigte dies eindrucksvoll: Mit gleich 13 Acts und über 12 Stunden Programm kamen Fans jeder Richtung auf ihre Kosten. Zu den Höhepunkten zählten die Abschlusskonzerte der heavytones und des Silent Explosion Orchestra feat. Ian Shaw, die energiegeladene Paul Reed Smith Band, Nicole Johänntgen mit ihrem Projekt „ROBIN“ sowie das „Nevell“ Projekt von Anika Nilles, das mit virtuoser Rhythmik überzeugte.
Am Sonntag stellten sich neun Acts mit musikalischer Tiefe und purer Spielfreude dem wechselhaften Wetter: Von Robinson Khoury & MŸA’s feinsinnigen Klanglandschaften über das Londoner Sultan Stevenson Trio bis zum Paul Scheugenpflug Quartett reichte das breite stilistische Spektrum. Echo-Jazz Preisträgerin Jasmin Tabatabai mit ihrer einzigartigen Mischung aus Chanson, Jazz und erzählerischer Kraft sowie das Iiro Rantala HEL Trio sorgten für einen emotionalen wie virtuosen Festivalabschluss.
„Es ist jedes Mal aufs Neue ein Hochgefühl, wenn alles reibungslos läuft und unsere Besucherinnen und Besucher mit leuchtenden Augen und offenen Ohren durch die Stadt ziehen. Wir freuen uns sehr, wenn Gäste von nah und fern ein tolles Festivalwochenende erleben und mit unvergesslichen Erinnerungen heimkehren.“, ergänzt Projektleiterin Jana Neubauer.
Die extreme Hitze am Samstag und das durchwachsene Wetter am Sonntag mit einigen Regenschauern sorgten jedoch für einen Wermutstropfen: der sonst sehr hohe Anteil an spontanen Tagesbesuchern fiel in diesem Jahr kleiner aus als erhofft.
Die künstlerische Leitung der 26. Edition teilten sich erneut die Jazzexperten Christiane Böhnke-Geisse und Alex Funk. Über 10 Winzer und Gastronomen verwöhnten die Gäste mit ausgezeichneten Tropfen und regionaler Kulinarik. „Schöne Klänge auf den Ohren und den perfekten Sommerwein im Glas – so fühlt sich das Internationale Jazzfestival an. Als Binger Weinprinzessin freue ich mich riesig, wenn Musik & Wein zusammenkommen, denn genau das macht Bingen Swingt so besonders“, so Weinprinzessin Emily.
Auch in diesem Jahr konnten die Besucherinnen und Besucher ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Kunstführungen, Gesangsworkshops, dem Kinderangebot „Bingen Swingt for Kids“ und vielem mehr erleben. Der verkaufsoffene Sonntag, der zum Bummeln beim Binger Einzelhandel einlud, rundete das Programm ab.
Oberbürgermeister Thomas Feser dankte allen Beteiligten und hob in seiner Rede die Bedeutung der öffentlichen Kulturförderung hervor: „Unterstützt wird die Veranstaltung unter anderem im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz vom Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration. Ganz herzlichen Dank für die großzügige Förderung, ohne die dieses kulturelle Highlight nicht möglich wäre.“ Das diesjährige Kultursommer-Motto ‚Forever Young?‘ wurde erneut spielerisch aufgegriffen: Verschiedene Künstlergenerationen – etablierte Acts und spannende Youngstars – traten in einen rhythmischen Dialog miteinander und dem Publikum.

