Im Binger Wald ging es für 26 dritte Klassen in die Natur. Unweit des Forsthauses Jägerhaus haben zum 42. Mal die Waldjugendspiele stattgefunden. Die circa 600 Schülerinnen und Schüler entdeckten diesen beeindruckenden Lebensraum auf spielerische Weise auf zwei lehr- und erlebnisreichen Parcours. An den insgesamt elf Stationen des Parcours – und unterwegs im Wald – lösten die Klassen im Team spannende Rätsel, beantworteten Quizfragen oder zeigten, wie sie als Team auch sportliche und spielerische Herausforderungen meistern.
So fanden sie im Wald versteckte Tiersilhouetten und haben den Tieren passende Fußabdrücke, sogenannte Trittsiegel, zugeordnet. Sie erfühlten Früchte verschiedener Bäume, ohne zu gucken. Sie halfen Familie Siebenschläfer über eine Biotopbrücke in den rettenden Wald. Sie lernten actionreich, wie der Wald dabei hilft, Wasser zu speichern und dabei auch starke Regenfälle zurückzuhalten – besser als versiegelte oder vegetationsfreie Flächen. Ein wichtiger Aspekt in Sachen Überflutungsschutz.
Forstpaten oder Forstpatinnen, meist Experten von Landesforsten Rheinland-Pfalz, begleiten die Schulklassen über den Parcours, stellen die Aufgaben und gaben Tipps. „Es ist enorm, welch komplexe Zusammenhänge die Kinder durch die spielerische Herangehensweise der Waldjugendspiele verstehen“, zeigt sich Förster Maximilian Roffhack beeindruckt.
Ganz nebenbei sammeln die Schulklassen bei jeder Aufgabe Punkte, die am Ende zusammengezählt werden. Jede Klasse erhielt eine Freikarte, die Siegerklasse sogar eine Jahreskarte für den Tierpark Rheinböllen.
„Der Tag im Wald soll den Kindern vor allem Spaß machen. Nur so stellen sie fest, wie besonders und wichtig dieses Ökosystem für uns alle ist. Die immer heißeren und trockeneren Perioden haben Spuren im Wald hinterlassen. Die Wälder verändern sich durch den Klimawandel“, erklärt Axel Henke vom Forstamt Boppard. „Uns ist wichtig, dass die Kinder verstehen, was der Wald mit ihnen zu tun hat, wie wichtig er für uns Menschen ist und was sie für den Wald tun können.“
Über 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie externe und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind dieses Jahr wieder in ganz Rheinland-Pfalz im Einsatz. Diese werden beispielsweise als Forstpatinnen und -paten eingesetzt, die mit den Klassen von Station zu Station gehen oder als Stationsbetreuende. Auch beim Aufbau der Parcours oder der Auswertung werden allerlei helfende Hände benötigt.
„Jeden Tag aufs Neue sehen wir, wie der Klimawandel unsere Wälder verändert. Die Waldjugendspiele sind ein kleiner Versuch, den nächsten Generationen etwas vom Wald mitzugeben, sie im Wald zu begeistern und zu einem positiven Handeln für den Wald aufzurufen“, erklärt Förster Robin Feldmann.

