„Dieses Projekt ist ein Paradebeispiel dafür, wie Kreislaufwirtschaft im Alltag funktionieren kann“, betont Landrätin Bettina Dickes bei einem gemeinsamen Pressetermin mit dem KRN-Geschäftsführer Uwe Hiltmann auf dem Betriebshof der KRN, bei dem beide die Antriebstechnik mit HVO an einem der Busse aus der KRN Flotte vorstellten.
„Mit Jeder Tropfen zählt wollen wir Ressourcen schonen und gleichzeitig die Klimabilanz unseres Landkreises verbessern. Das Projekt reiht sich in unsere Nachhaltigkeitsbestrebungen ein, die wir mit verschiedenen Initiativen verfolgen. Besonders freut mich, dass die Bürger so aktiv mitmachen – jeder einzelne Tropfen Speiseöl, der nicht im Abwasser landet, sondern wiederverwertet wird, ist ein Gewinn für unsere Umwelt."
Uwe Hiltmann, Geschäftsführer der KRN, ergänzt: „Als kommunales Verkehrsunternehmen tragen wir eine besondere Verantwortung für nachhaltigen Mobilitätswandel in der Region. Die Partnerschaft im Projekt Jeder Tropfen zählt, ist für uns ein wichtiger Baustein unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Wir schließen damit den Kreislauf vom Abfallprodukt zum klimafreundlichen Antrieb direkt vor Ort."
Die KRN setzt bereits in einem Teil ihrer Busflotte auf den umweltfreundlichen HVO-Kraftstoff (Hydrotreated Vegetable Oil). „Aktuell fahren 55 Fahrzeuge unserer Flotte in Bad Kreuznach mit HVO. Dadurch reduzieren wir die CO₂-Emissionen dieser Fahrzeuge um bis zu 90 Prozent im Vergleich zu herkömmlichem Diesel. Auch der Feinstaubausstoß sinkt um etwa ein Drittel“, erläutert Uwe Hiltmann.
Rund 100 Tage nach dem offiziellen Startschuss für das Nachhaltigkeitsprojekt im Mai 2025 zieht die Kreisverwaltung Bad Kreuznach eine positive Zwischenbilanz. „Die Resonanz ist sehr gut“, schildert Birgit Kilian, die im Bürgerbüro der Verwaltung die grünen Sammelbehälter für Öl- und Speisefettreste an interessierte Bürger ausgibt. Zwischen fünf bis 15 Stück händigen sie und ihre Kollegin Nicole Bamberger täglich aus. Jeder, der mitmacht, erhält zudem eine Infobroschüre, in der erklärt wird, wie genau Speiseölreste gesammelt werden und wie das gebrauchte Fett nach dem Umtausch als Biotreibstoff aufbereitet und weiterverwertet wird. Nach Schilderung von Birgit Kilian kommen die Bürger dabei gezielt ins Bürgerbüro, um die Behälter abzuholen und nehmen sie nicht etwa spontan mit, wenn sie aus anderen Gründen in die Verwaltung kommen. Bisher wurden rund 80 volle Behälter zurückgegeben bzw. gegen leere umgetauscht.
Mit von der Partie als Ausgabe- und Sammelstelle sind darüber hinaus die Verbandsgemeinde Bad Kreuznach und die Ortsgemeinde Spabrücken. In Spabrücken können Bürger seit Mitte Juni im Gemeindehaus Sammelbehälter ausleihen und zurückgeben. Auch der Dorfladen Hergenfeld und GULINA – Dorfladen Guldental machen mit. In der Verbandsgemeindeverwaltung Rüdesheim ist aktuell eine Ausgabestelle in Planung, ebenso in den Dorfläden Hennweiler und am Soonwald in Winterbach.
Derzeit ist Projektkoordinatorin Birgit Beuscher auf der Suche nach weiteren Ausgabe- und Annahmestellen für die grünen Sammelbehälter. Das können zum Beispiel Einzelhandelsfilialen oder Ortsgemeinden sein. Ausgabestellen geben gegen eine Pfandgebühr von 2,50 Euro Behälter aus, stellen eine Rücknahmetonne auf, in die die vollen Behälter eingeworfen werden, und händigen neue leere Sammelbehälter aus.

