Diese setzt auf Dekarbonisierung – ein Pyrolyse-Verfahren, bei dem naturbelassene Biomasse wie Grünschnitt unter Luftabschluss und Temperaturen um 700 Grad in Bio-Kohle umgewandelt wird. Ein ähnlicher Prozess wie in einem traditionellen Kohlenmeiler, mit dem früher Holz zu Holzkohle verarbeitet wurde. Das Gute daran: Der im Grüngut enthaltene Kohlenstoff bleibt bei der Pyrolyse darin gebunden, und die dabei entstehende Prozesswärme kann zur kostengünstigen Beheizung der vorhandenen Gebäude des Evangelischen Diakoniewerks Zoar, der 230 geplanten, energie-optimierten WBI-Wohnungen mit 45 bis 100 Quadratmetern Fläche und neuer Geschäfts- und Büroeinheiten genutzt werden.
Die umweltfreundliche Pyrolyse-Technik geht auf bereits seit 2004 durchgeführte Forschungen an der Technischen Hochschule Bingen zurück. Die Ingelheimer Anlage soll auf einer bereits erworbenen Freifläche in einem Sondergebiet (zwischen Binger Straße und Bahnlinie) gegenüber den Heidesheimer Höfen entstehen. Die für Heizanlagen geltenden bautechnischen und immissionsrechtlichen Anforderungen sind inzwischen sehr hoch. Ihre Einhaltung muss durch Experten-Gutachten nachgewiesen werden. Dies schließt negative Auswirkungen auf die Umwelt aus. Das zeigt sich auch in der Praxis: Deutschlandweitwerden bereits rund 50 Pyrolyseanlagen betrieben, auch in Nachbarschaft zu Wohngebieten.
Die Heizanlage wird sehr leistungsfähig sein: Ausgehend von 670 Kilowattstunden Leistung und 8000 Betriebsstunden wird sie rund 5360 MWh Wärme pro Jahr bereitstellen. Genug für das Quartier „Heidesheimer Höfe“ und - sofern dies von den Nachbarn in und südlich der Saifer Straße gewünscht wird. Er geht davon aus, dass in diesem Jahr das Baurecht geschaffen werden und der Baubeginn erfolgen kann. Die Heizanlage könnte dann Anfang 2028 den Betrieb aufnehmen.
Die seit Oktober 2025 laufenden Planungen gehen davon aus, dass die Pyrolyse-Anlage rund 2400 Tonnen Grüngut pro Jahr in rund 740 Tonnen Pflanzenkohle umwandeln wird. Diese kann den enthaltenen Kohlenstoff über Hunderte von Jahren im Erdreich binden, denn sie kommt als Pflanzenkohle (Agro-Bio) zur Bodenverbesserung in der Landwirtschaft sowie im Garten- und Landschaftsbau zum Einsatz. Die jährliche Kohlenstoff-Bindung durch die geplante Anlage ist enorm: Sie entspricht der CO2-Menge, die durch sechs Millionen Autofahrten durch den Stadtteil Heidesheim verursacht würde.
Die WBI will rund acht Millionen Euro in die umweltfreundliche Heizanlage sowie in die Fernwärmeleitung für die Heidesheimer Höfe investieren. Die Produktion von Pflanzenkohle wird mit CO2-Zertikaten belohnt, die unvermeidbare betriebliche Emissionen örtlicher Unternehmen kompensieren zu können. Die Betriebe profitieren so durch den Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit, weil sie ihre Klimaziele erreichen – gut für die Wirtschaftskraft und die Wertschöpfung vor Ort. Die Verwaltung der CO2-Zertifikate erfolgt durch die Gesellschaft, die auch den Betrieb der Anlag verantworten wird.
Das Projekt der Pyrolyse-Heizanlage ist ein Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie, die die WBI seit 2024 konsequent verfolgt: Deren Ziel ist es, hochwertigen Wohnraum im Einklang mit den verfügbaren Ressourcen, den Menschen und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Weitere Informationen auf der Homepage der WBI unter www.wbi.de/nachhaltigkeit/klimaziele-und-massnahmen

