Das Unternehmen, beheimatet in der Veronastraße, ist ein digital organisierter, virtueller Lohnfertiger für kundenspezifische mechanische Bauteile. Das Unternehmen verfügt über keine eigenen Maschinen, sondern produziert Kundenaufträge durch ein internationales Netzwerk spezialisierter Fertigungspartner und steuert den gesamten Prozess digital – von der Anfrage über die Produktionskoordination bis zur Auslieferung.
Die Ingenieursdelegation befand sich auf einer Studienreise mit dem Schwerpunkt „Digitalisierung und Automatisierung im industriellen Umfeld“ durch Deutschland und die Niederlande. Ziel war es, innovative Geschäftsmodelle und digitale Organisationsformen im Maschinenbau kennenzulernen.
Der Kontakt hierzu entstand über das organisierende Netzwerk der Studienreise, das gezielt nach mittelständischen Unternehmen suchte, die Digitalisierung nicht nur in der Produktion, sondern vor allem in administrativen und organisatorischen Prozessen erfolgreich einsetzen.
Im Mittelpunkt des Austausches, so J&K-Geschäftsführer Jens Korndörfer, standen das virtuelle Geschäftsmodell, die digitale Prozesssteuerung, der Einsatz eines eigenentwickelten ERP-Systems (eine zentrale Software, die alle wichtigen Geschäftsprozesse eines Unternehmens in einer einheitlichen Datenbank verbindet) sowie zukünftige Anwendungen künstlicher Intelligenz zur Automatisierung administrativer Abläufe. Besonders diskutiert wurde, wie auch in Hochlohnländern wettbewerbsfähige Strukturen im Bereich „High Mix – Low Volume“ geschaffen werden können.
„Ich bin beeindruckt, dass das Unternehmen, das 2018 mit zwei Mitarbeitern in einer Garage gegründet wurde, heute mit 17 Mitarbeitenden einen Jahresumsatz von über sieben Millionen Euro erzielt. Die Wertschöpfung liegt dabei zunehmend in Organisation, Datenmanagement und Prozesssteuerung – ein Beispiel dafür, wie sich der Maschinenbau strukturell wandelt“, so Oberbürgermeister Thomas Feser auch im Hinblick darauf, dass der Fachbereich Maschinenbau an der Binger TH einen hohen Stellenwert hat.

