Titel der Sonderausstellung: Von London nach Venedig: Whistler & Masuyama
Ausstellungsdauer: 26.04.2026 bis 05.07.2026
Ort: Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus, François-Lachenal-Platz 1, 55218 Ingelheim am Rhein
Kosten: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro
James McNeill Whistler (1834–1903) revolutionierte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Radierungen und Lithografien die künstlerische Grafik. Die Ausstellung im Kunstforum Ingelheim beleuchtet nach über 25 Jahren erstmals wieder in Deutschland ebenjenes faszinierende, ausgefeilte und innovative Schaffen des US-Amerikaners. Im Rest der Welt berühmt, gilt es hierzulande, Whistler wiederzuentdecken.
Im Fokus der Ingelheimer Ausstellung stehen Whistlers Radierungen und Lithografien mit den Ansichten von London und Venedig. Personendarstellungen aus seinem persönlichen Umfeld zeigen als weiteren Themenbereich die einfühlsame Seite des als exzentrisch geltenden Künstlers. Die ausgestellte Motivvielfalt offenbart die Meisterschaft seiner ungewöhnlichen Techniken.
Zur kunsthistorischen Kontextualisierung sind Whistlers Arbeiten ausgewählte Grafiken einiger britischer, französischer und US-amerikanischer Weggefährten zur Seite gestellt. Wie andere Künstler:innen des Impressionismus sammelte auch Whistler japanische Holzschnitte. Seine intensive Beschäftigung damit wird im Bildaufbau seiner eigenen Werke erkennbar. Ausgesuchte Beispiele namhafter japanischer Holzschnittkünstler flankieren seine Grafiken.
Hiroyuki Masuyama (*1968) spannt wiederum den Bogen zur Gegenwart. Er wurde beauftragt, eigens für diese Ausstellung neue Arbeiten zu schaffen. Im vergangenen Jahr reiste der japanische Künstler deshalb nach Venedig und London. An identischen Stellen, an denen Whistler seine Grafiken radierte, nahm er Farbfotografien der gegenwärtigen Situationen auf: mit heutigen Bauten, Fahrzeugen, Schiffen oder Menschen. In diesen neuen Arbeiten visualisiert Masuyama die jüngste Version seines Hauptthemas, das sich seit 1997 durch sein künstlerisches Schaffen zieht: die Verbindung von Raum, Zeit und Veränderung.
Die Arbeiten beider Künstler sind die Einladung zu einer »Reise«, in der sich Vergangenheit und Gegenwart immer wieder berühren, durchblenden, ergänzen und zu bedeutenden Zeitdokumenten verbinden.

