Unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Frank Hartmann entsteht eine zentrale Anlaufstelle für die moderne Versorgung unfallchirurgischer Patienten in der Region. Dr. Volker Hertel übernimmt die Leitung des Bereichs Gelenkchirurgie. Gemeinsam decken die Teams künftig ein breites unfallchirurgisches Spektrum ab – von der Akut- und Notfallversorgung über die Behandlung komplexer Verletzungen bis hin zur Gelenkchirurgie.
Die Klinik ist als Regionales Traumazentrum zertifiziert und Teil des Traumanetzwerks Mainz-Rheinhessen. Darüber hinaus verfügt sie über die Zulassung zum sogenannten Verletzungsarten-Verfahren (VAV) der Berufsgenossenschaften und ist damit auf die Behandlung schwerer Arbeits- und Wegeunfälle spezialisiert. Auch die Versorgung älterer Menschen sowie verletzter Kinder gehört zu den besonderen Schwerpunkten.
„Durch die Bündelung unserer Teams schaffen wir größere medizinische Kompetenz an einem Ort. Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet das schnellere Abstimmungen, kurze Wege und eine hochspezialisierte Versorgung rund um die Uhr“, erklärt Prof. Dr. Frank Hartmann.
Auch die medizinische Aus- und Weiterbildung profitiert von der neuen Struktur. Medizinstudierende im Praktischen Jahr sowie angehende Fachärztinnen und Fachärzte finden künftig optimale Bedingungen für ihre Ausbildung. Die vollständige Facharztausbildung im Bereich Unfallchirurgie sowie in der Speziellen Unfallchirurgie kann an den Diakonie Kliniken absolviert werden.
Notfallversorgung wird neu und standortbezogen organisiert
Mit der Neuordnung und Zusammenführung medizinischer Bereiche wird auch die Notfallversorgung innerhalb der Diakonie Kliniken stärker nach medizinischen Schwerpunkten organisiert. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten schneller und gezielter in der jeweils am besten ausgestatteten Fachabteilung behandeln zu können.
Ab dem 15. Juni 2026 erfolgt die chirurgische Notfallversorgung ausschließlich am Standort in der Ringstraße 64. Dort werden unter anderem Patientinnen und Patienten mit folgenden Beschwerden behandelt:
• Knochenbrüche
• Schnitt- und Platzwunden
• Verletzungen nach Arbeits-, Schul- oder Verkehrsunfällen
• akute Gelenk- und Sportverletzungen
Auch Patientinnen und Patienten mit Brustschmerzen oder dem Verdacht auf Herzprobleme werden wie bisher in der Ringstraße behandelt. Durch die direkte Anbindung an die kardiologische Fachabteilung und die vorhandenen Herzkatheterlabore können notwendige Untersuchungen und Behandlungen dort besonders schnell erfolgen.
In der Mühlenstraße bleibt eine internistische Notfallversorgung bestehen. Das bedeutet, dass dort insbesondere Patientinnen und Patienten mit internistischen Beschwerden behandelt werden: Dazu gehören beispielsweise Bauchschmerzen und Magen-Darm-Erkrankungen, Stoffwechselentgleisungen bei Diabetes, neurologische Symptome wie Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen (Verdacht auf Schlaganfall).
Sollten Patientinnen und Patienten unsicher sein, welcher Standort für ihre Beschwerden der richtige ist, ist weiterhin gewährleistet, dass in beiden Häusern eine ärztliche Einschätzung erfolgt. Sollte eine weiterführende Behandlung an dem jeweils anderen Standort erforderlich sein, wird diese über einen internen Patiententransport unmittelbar organisiert.
In den letzten Tagen sind im Erdgeschoss in der Ringstraße zusätzliche Behandlungsplätze für die Zentrale Notaufnahme entstanden. Auch eine neue Anmeldung wurde eingerichtet. Bis Ende des Jahres steht noch einiges auf der Agenda: weitere Umbaumaßnahmen in der Zentralen Notaufnahme, die Inbetriebnahme weiterer Behandlungsplätze und eine neue Anfahrt für die Rettungsdienste. Später können bis zu sieben Rettungswagen gleichzeitig anfahren und Patienten überdacht in die Notaufnahme gebracht werden.
Die Klinik reagiert damit auf ein stetig wachsendes Patientenaufkommen. Im vergangenen Jahr wurden rund 50.000 Patientinnen und Patienten in den Notaufnahmen behandelt.
„Statistisch gesehen landet jeder Einwohner von Bad Kreuznach mindestens einmal pro Jahr bei uns in der Notaufnahme. Deshalb ist es so wichtig, dass wir jetzt die Rahmenbedingungen für eine optimale Notfallversorgung des Landkreises schaffen“, erklärt Dr. Oliver Bill, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme.
Die Klinik bittet die Bevölkerung um Verständnis für diese Veränderungen. „Der Zusammenschluss beider Häuser und die Bündelung medizinischer Leistungen sind für eine zukunftssichere und hochwertige Gesundheitsversorgung notwendig“, betont Geschäftsführer Manuel Seidel.
Der Hintergrund: Nach dem Erwerb des ehemaligen Krankenhauses St. Marienwörth durch die Diakonie Kliniken gelten die beiden Häuser aufgrund ihrer räumlichen Nähe von rund 1.000 Metern gesetzlich als ein gemeinsames Krankenhaus. Dafür sieht die Vorgabe des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) nur eine Zentrale Notaufnahme vor. Diese wird perspektivisch in der Ringstraße angesiedelt sein. Mit drei Schockräumen, 22 bis 24 Behandlungsplätzen und einem Überwachungsbereich mit bis zu acht Betten wird diese deutlich größer als die bisherigen beiden Einheiten zusammen. Damit erfüllt die neue Zentrale Notaufnahme auch alle gesetzlichen Strukturvorgaben für eine erweiterte Notfallversorgung. Ursprünglich war vorgesehen, die Notfallversorgung an beiden Standorten aufrechtzuerhalten, bis die Umbauarbeiten in der Ringstraße abgeschlossen sind. Aufgrund notwendiger Anpassungen in der medizinischen Ausrichtung wird die Notfallversorgung jedoch bereits ab 15. Juni 2026 neu organisiert.

