Das Wochenende war brandgefährlich. Nicht nur in Traisen tobt ein Waldbrand – auch an vielen anderen Stellen waren die ehrenamtlichen Feuerwehren gefordert und konnten Katastrophen verhindern.
Am Sonntag Nachmittag war die Bad Kreuznacher Feuerwehr mit einem Flächenbrand zwischen Planig und Bosenheim beschäftigt. Rund ein Hektar eines Kornfeldes stand in Flammen. Der ständig drehende Wind, erschwerte die kräftezehrende Löscharbeiten in der vorherrschenden Hitze. Landwirte unterstützten die Löscharbeiten mit Wasseranhängern und Grupper. Vier Feuerwehrleute erlitten eine Hitzeerschöpfung und mussten vom Rettungsdienst, der mit zwei Rettungswagen vor Ort war, versorgt werden. Ein Kamerad wurde zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.
Heuballenpresse in Flammen
Auch die Feuerwehrmänner- und Frauen aus der Verbandsgemeinde Rüdesheim waren gefragt: Zwischen Argenschwang und Spabrücken hatte ein Traktor mit Heuballenpresse Feuer gefangen. Die Flammen hatten bereits auf die umgebende Vegetation übergegriffen.
Mit Unterstützung der Aktiven aus Allenfeld, Argenschwang, Dalberg und Winterbach gelang es den Einsatzkräften um Einsatzleiter Heiko Zuck, den Brand zügig unter Kontrolle zu bringen. Mehrere Atemschutzgeräteträger aus Spabrücken-Hergenfeld bekämpften den Fahrzeugbrand mit mehreren Rohren, während die Einheiten aus Argenschwang, Dalberg und Winterbach den Flächenbrand löschten. Unterstützung kam zum einen von der Feuerwehr Stromberg, die mit einem Tanklöschfahrzeug für Wassernachschub sorgte. Denn alle Tanklöschfahrzeuge der VG Rüdesheim waren bereits in Traisen im Einsatz … Am Sonntag Nachmittag mussten die Feuerwehren Norheim, Bad Kreuznach und Bad Münster außerdem zu einer Personenrettung ausrücken.
Crash zwischen Hargesheim und Windesheim
Bei einem Frontalzusammenstoß auf der L236 zwischen Hargesheim und Windesheim wurden am Sonntagnachmittag gegen 13:25 Uhr drei Personen leicht verletzt. In Höhe der Abfahrt zum Breitenfelser Hof waren ein Audi und ein Skoda kollidiert. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes übernahmen Einsatzkräfte aus Rüdesheim die Erstversorgung der Fahrzeuginsassen und stellten den Brandschutz sicher, die Feuerwehr Hargesheim-Roxheim kümmerte sich um die Absicherung der Unfallstelle und um die Fahrzeugbatterien.
Ackerbrand bei Bockenau
Sieben Hektar Stoppelacker und rund 100 Quadratmeter Waldfläche brannten am Sonntagnachmittag gegen 15.30 Uhr in der Nähe des Bockenauer Lindenhofs. Weil die Tanklöschfahrzeuge aus Bockenau und Rüdesheim immer noch im Pendelverkehr beim Rotenfelsbrand eingebunden sind, rückten neben den Feuerwehren Allenfeld, Bockenau, Mandel, Waldböckelheim und Winterbach auch Tanklöschfahrzeuge aus Westhofen und Wörrstadt sowie ein Wechselladerfahrzeug mit dem Abrollbehälter Löschwasser aus Alzey vom Bereitstellungsraum am Rüdesheimer Edeka-Markt aus. Zusätzlich wurden die Tanklöschfahrzeuge aus Bad Sobernheim und Kirn alarmiert. Gemeinsam gelang es den rund 50 Einsatzkräften um Einsatzleiter Jörn Trautmann, die Flammen zu stoppen und eine weitere Ausbreitung auf den Wald zu verhindern.
Derweil befanden sich noch am Sonntag 300 Einsatzkräfte im Dauereinsatz, um den Waldbrand bei Traisen einzudämmen, der sich mittlerweile auf rund drei Hektar ausgeweitet hatte. Das Problem beim Löschen: Munition aus dem 2. Weltkrieg, die im Wald zurückgeblieben ist und nun aufgrund der gewaltigen Hitzeentwicklung explodierte. Die Feuerwehren müssen nun einen Sicherheitsabstand einhalten, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen.
Zur Begrenzung der weiteren Brandausbreitung wurden entlang der Feuerfront Kreisregner eingerichtet, um die Vegetation kontinuierlich zu befeuchten und eine Ausbreitung der Flammen zu erschweren. Parallel dazu schaffen Forstmaschinen an geeigneten Stellen Brandschneisen, um dem Feuer die weitere Ausbreitung zu erschweren und den Einsatzkräften zusätzliche Angriffsmöglichkeiten zu verschaffen.
Traisen bleibt derweil weiter evakuiert.

