„Wie lange das dauert, lässt sich heute noch nicht abschätzen“, erklärt Landrätin Betina Dickes. Die Nachlöscharbeiten sind enorm aufwändig.
In jenen Bereichen, in denen ein sicheres Arbeiten möglich ist, werden derzeit durch den Brand geschädigte Bäume entfernt und Glutnester abgelöscht. Seit Dienstag ist zudem ein Team von @fire mit mehreren Löschmannschaften vor Ort, einer ehrenamtlichen international tätigen Hilfsorganisation. Deren Brandbekämpfer sind im Gelände unterwegs, erkunden die Situation vor Ort und unterstützen die lokalen Einheiten beim Löschen von Glutnestern. Nach Einschätzung der Einsatzleitung bleiben Wind und hohe Temperaturen ein entscheidender Faktor, da sie vorhandene Glutnester wieder aufflammen lassen können. Ziel aktuell ist es, in alle vom Brand betroffenen Areale vordringen zu können, sobald in Abstimmung mit dem Kampfmittelräumdienst für die Einsatzkräfte keine erhöhte Gefährdung mehr besteht. Die Evakuierung von Traisen konnte zwischenzeitlich aufgehoben werden.
Im Wald rund um die rund drei Hektar große betroffene Fläche herrscht eine wahre Materialschlacht. Rund 30 Kilometer Löschschläuche sind verlegt, um das Wasser an Ort und Stelle zu schaffen. Aus den umliegenden Gemeinden wird es nach oben gepumpt.
Die Situation war teils auch heikel für die Infrastruktur. So kreuzt beispielsweise eine 110 kV Freileitung das Gebiet, die abgeschaltet werden musste. Im Wald oberhalb von Tresen liegt ein Waldorfkindergarten, dessen Gebäude unbedingt geschützt werden sollte, um größere Sachschäden zu verhindern. Gezielt geschützt wurde auch der weithin sichtbare Fernsehturm.
Kreisregner hatten zu Beginn dafür gesorgt, dass die Feuerfront sich nicht über die weitere Vegetation ausbreitet, mit Harvestern, großen Baumfällgeräten, wurden Brandschneisen geschlagen, um ein weiteres Ausreiten des Feuers zu verhindern. entlang der Feuerfront befeuchten weiterhin die Vegetation, um eine Ausbreitung der Flammen zu erschweren. Gleichzeitig wurden mit Forstmaschinen an geeigneten Stellen Brandschneisen hergestellt, um dem Feuer weitere Ausbreitungsmöglichkeiten zu nehmen.
Feuerwehreinheiten aus den benachbarten Landkreisen sind im Einsatz, um die Wehren vor Ort zu unterstützen … rund 300 sind ständig im Einsatz.
Im Laufe des Dienstag und der Nacht konnten durch den Einsatz der fußläufigen Kräfte, die unter anderem mit Löschrucksäcken ausgestattet sind, und dem ferngesteuerten Löschroboter, der im munitionsbelasteten Gelände eingesetzt war, weitere Löscherfolge erzielt werden. Auch der anhaltende Landregen in der vergangenen Nacht hat den Boden gut bewässert und zur weiteren Entspannung der Lage beigetragen.
Im Laufe des Mittwoch-Vormittages wurde in Absprache mit dem Kampfmittelräumdienst das weitere Vorgehen in dem munitionsbelasteten Gelände besprochen. Hierbei wurde mit Zuhilfenahme von Wärmebildkameras, Drohnen sowie Einsatzkräften der Feuerwehr und @fire der vom Löschroboter bearbeitete Bereich erneut begutachtet und für Löschmaßnahmen vom Kampfmittelräumdienst freigegeben.
Aktuell befinden sich rund 300 Kräfte aus Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Polizei, THW und weiteren Organisationen im Einsatz. Außerdem wird seitens des Landes mit Kräften des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz, sowie der Landesfacheinheit Presse- und Medienarbeit weiterhin umfangreich unterstützt.
Sollten die weiteren Planungen den gewünschten Erfolg erzielen, wird die Einsatzleitung den Ansatz der Einsatzkräfte deutlich reduzieren.
Zudem hat sich die Lage so stabilisiert, dass im Laufe des Mittwoch eine Änderung der Alarmstufe von 4 auf 3 geplant ist. Das bedeutet, die Einsatzleitung geht vom Landkreis auf die Stadt Bad Kreuznach über. Diese wird jedoch im Übergang intensiv vom Landkreis und auch den landesweiten Kräften unterstützt.
Die Alarmstufe 4 war erstmals im Landkreis Bad Kreuznach ausgelöst worden, in der Vergangenheit gab es nur Einsätze bis Alarmstufe 3.
Nach aktueller Einschätzung ist davon auszugehen, dass die Löscharbeiten an den Glutnestern spätestens Donnerstag abgeschlossen werden können, sofern sich keine spontane Verschlechterung der Lage ergibt.

