Auf neue Zielgruppen reagieren

Geschäftsführer der Bingen am Rhein Tourismus und Kongress GmbH


Erschienen in initiativ 2-2021

Angenommen, in Deutschland wird Reisen bald wieder möglich sein. Angenommen, die Deutschen werden vorsichtiger, was Fernreisen angeht und verbringen ihren Urlaub doch lieber in der eigenen Region. Dann wird Bingen ein beeindruckendes Jahr bevorstehen. Heiner Schiemann, der neue Geschäftsführer der Bingen am Rhein Tourismus und Kongress GmbH, wartet nur darauf, dass es endlich los gehen kann ...

Für Bingen ist die Tourismusbranche einer der größten Wirtschaftsfaktoren – und Heiner Schiemann sitzt an der Schlüsselposition, bei dem Gestalten ihrer Zukunft. Schiemann kommt aus der Event- und Unterhaltungsbranche, verwaltete ein Hotel und managte Veranstaltungslogistik – Erfahrungen, die Bingen nach vorne bringen können. „Ich habe viele Ideen, wie wir die bestehenden Angebote weiterentwickeln können.“

Festival-Logistik

Heiner Schiemann, Jahrgang 1983, ist in Polch aufgewachsen. Nach einem einjährigen Auslandsaufenthalt in den USA studierte er Dienstleistungsmarketing und arbeitete insgesamt 13 Jahre in unterschiedlichen Funktionen bei I-Motion, dem Veranstalter von Nature One. „Ich bin unweit des Nürburgrings aufgewachsen – von der Logistik bei Festivals war ich schon immer fasziniert“, erklärt Schiemann. Als technischer Produktionsleiter bei I-Motion war er maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich eine verlassene Raketenbasis mitten im Hunsrück jedes Jahr in eine Stadt verwandelt – mit samt der dazugehörenden Logistik.
Unter anderem war er dort für die verwaltungstechnische Abwicklung zuständig, aber auch für die Planung von Licht- und Tontechnik, für die Sicherheit, das Verkehrskonzept und die Personal- und Betriebsplanung.
Dann wechselte er den Arbeitgeber und die Branche und arbeitete für einen Licht- und Ton- dienstleister im Messe- und Tagungsgeschäft. Kurz nach seiner Studienzeit gründete Schiemann zusammen mit Sebastian Bodensteiner das Unternehmen Spektralwerk. In die mittlerweile entstandene Unternehmensgruppe kehrte er schließlich zurück und managte als Geschäftsführer vor allem den Bereich Personaldienstleistungen für Großveranstaltungen und war für die Umsetzung des Freiwilligen-Programms von Rock am Ring mit über 1.200 Mitarbeitern zuständig. Außerdem beriet er ein zur Gruppe gehörendes Hotel an der Mosel. Querschnittsaufgaben, bei denen Fähigkeiten benötigt werden, die auch den Tourismus in Bingen weiter bringen können. „Der Tourismus hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark geändert, ein neues Qualitätsbewusstsein und eine Verjüngung der Zielgruppen in der Region zu verzeichnen, darauf müssen wir reagieren“, so Heiner Schiemann.

Ausgangsbedingungen hervorragend

Aufgaben gibt es genügend, die ihm die Stadt ins Hausaufgabenbuch geschrieben hat: den Tages- und Kurzzeittourismus nach vorne bringen, in Zusammenarbeit mit anderen Binger Akteuren die Innenstadt attraktiver machen, weitere Hotelinvestoren auftun – und nicht zuletzt auf die Bundesgartenschau im Mittelrheintal hinarbeiten, die 2029 stattfinden wird. Insbesondere das Tagungsgeschäft ist eine Herausforderung. „Unsere Ausgangsbedingungen sind hervorragend“, ist er überzeugt. „Das Kongresszentrum hat vieles zu bieten, was klassische Kongresszentren nicht leisten können: eine einmalige Lage mit einem tollen Ambiente – eben mehr als vier Wände und ein Dach.“
Das berge auch Chancen für eine Zukunft, in der bloße Arbeitstreffen und Kongresse möglicherweise immer mehr durch digitale Treffen und Formate ersetzt werden. Allerdings müsse hier die technische und optische Ausstattung wieder auf den neusten Stand gebracht werden.
Dank des Neubaus „Papa Rhein“ habe man nun auch eine größere Bettenkapazität zur Verfügung, was sich positiv auf die Rahmenbedingungen und künftigen Entwicklungen auswirke. Auch für die traditionellen Veranstaltungshighlights wie das Winzerfest oder Bingen swingt gebe es viele Ideen, um die Formate in Zukunft noch erfolgreicher zu machen. Schiemann lebt mit seiner Familie in Mainz, war aber im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit lange rund um das Rhein-Nahe-Eck tätig. Der Vater dreier Kinder ist gerade dabei sich weiterzubilden: Er absolviert berufsbegleitend ein MBA-Studium für Responsible Leadership & Business Governance. • T.S.

Zur Person
geboren 1983 in Polch
2005 bis 2008 Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Dienstleistungsmarketing
2009 bis 2012 Eventmanager bei I-Motion, Mühlheim- Kärlich
2012 bis 2014 Projektleiter bei satis&fy, Werne
2014 bis 2020 Kaufmännischer Leiter und Geschäftsführer bei Spektralwerk, Traben-Trarbach – in dieser Funktion Geschäftsführung und Beratungstätigkeiten für Tochter und Schwesterfirmen
Seit November 2020 Geschäftsführer in Bingen
 

 

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